Unterzeichnete Königl. Visitations-Kommission weiset der Reichsgräflichen Jurisdiktion zu Steinort hierdurch an, binnen 3 Tage zu berichten,

  • 1. warum Michael Schönfeldt aus Stobben zuwider dem Königl. Hofgerichts-Befehle vom 7. Okt. 1783 nicht an die Königl. Angerburgsche Kreisjustizkommission gesandt ist,
  • 2. was das für ein Untertan oder Gerichtseingesessener gewesen ist, den die Reichsgräfliche Jurisdiktion vor kurzem nach Barten an den Richter Alberti gesandt hat, ihm einen Inquisitions-Prozess zu machen, und den Alberti dazu nicht angenommen hat, auch wie es demnächst mit dieser Inquisition weiter geworden ist.

Und da die unterzeichnete Kommission, ohne sich selbst bei Sr. Königl. Majestät und ihren Hohen Vorgesetzten responsable zu machen, zu allen diesen Irregularitäten und Illegalitäten nicht stillschweigen, auch die Reichsgräfl. Jurisdiktion mit der solange versprochenen Erklärung über die Regulierung der Gerichtsverwaltung nicht länger befristen darf, so wird der Reichsgräfl. Jurisdiktion hierdurch

  • 3. angewiesen, sich binnen 8 Tagen positiv zu erklären, wie sie ihre Gerichtsverwaltung auf gesetzmäßigen Fuß zu setzen gesonnen ist.

Wird die Reichsgräfliche Jurisdiktion allen diesen amtlichen Anverlangen nicht promptes Genüge leisten, so hat sie unfehlbar zu gewarten, dass von Seiten der Kommisison beim Königl. Hofgericht davon Vortrag getan und auf schärfere Verfügungen angetragen werden wird.

Angerburg, den 11. Mai 1784

Von Commissions wegen Glave
Regierungs- und Hofgerichtsrat

Zitierhinweis

Die Königliche Visitations-Kommission in Angerburg fordert die Reichsgräfliche Jurisdiktion in Steinort zur Berichterstattung auf. Angerburg, 11. Mai 1784 In: Die Spiegelung neuzeitlich-bäuerlicher Lebenswelten in den Akten ostpreußischer Gutsarchive. Bearbeitet von Gaby Huch. Herausgegeben an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Berlin 2021-2023. URL: https://lebenswelten-digital.bbaw.de/dokumente/detail.xql?id=lehndorff_pwt_cm4_3qb