I. M.

Wegen Nachsuchung eines Gnadengehalts für den im Frühjahr 1816 von der 2. Companie 1. Ostpreuß. Inf. Rgts. zur Kriegsreserve entlassenen Mousquetier Samuel Masuch (gegenwärtig als Instmann(?) in Serwillen verheiratet).
Masuch hat bei gedachtem Rgte. 6 Jahre gedient, während dieser Zeit dem Kriege im Jahre 1813 bis zur Schlacht von Leipzig beigewohnt, woselbst er durch eine Flintenkugel durch die linke Backe. die unterhalb dem linken Ohr herausging, und durch einen Bajonettstich im Kopf blessiert und ins Lazarett nach Halle gebracht wurde. Nach seiner Genesung sollte er dem Regiment nach Frankreich folgen, wurde aber vom Prinz Bironschen Corps aufgehalten, bei welchem er bis zum Rückmarsch des Regiments nach Deutschland verblieb.
Im Jahre 1815 machte er den Marsch nach Frankreich beim 1. Inf. Rgt. mit, bei welchem er so lange verblieb, bis dasselbe in seine Garnison nach Königsberg in Pr. im Frühjahr 1816 einückte, und hier entlassen wurde.
Masuch ist in Folge der bei Leipzig erhaltenen Wunden fortwährend mit epileptischen Zufällen behaftet.

Gregorovius St. 15/8-19

Zitierhinweis

Der Museketier Samuel Masuch soll ein Gnadengehalt bekommen. Steinort, 15. August 1819In: Die Spiegelung neuzeitlich-bäuerlicher Lebenswelten in den Akten ostpreußischer Gutsarchive. Bearbeitet von Gaby Huch. Herausgegeben an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Berlin 2021-2023. URL: https://lebenswelten-digital.bbaw.de/dokumente/detail.xql?id=lehndorff_rhn_gzf_tsb