Königsberg, 5. November 1742

Friedrich König in Preußen p.

Aus was Ursachen die verw. Gräfin von Lehndorff veranlasst worden, ihren ehemeligen Arrendatorem Knetsch nicht völlig aus Steinort zu demittieren, bis er  seine Steuerschuld
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cautionem de judicio fisci
bezahlet und die gerichtliche Liquidation mit ihm vollzogen worden, auch was sie dieserhalb anderweit zu verordnen gebeten hat, geben wir dir aus dem angeschlossenen Memorial mehreren Inhalts zu ersehen. Wenn wir nun die darin angeführten Umstände von Erheblichkeit finden, indem der Knetsch, wie vorhin angebracht worden, nicht in strengem persönlichen Arrest gehalten wird, überdem nach der Zeugenaussage  es besteht Fluchtgefahr
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de Fuga suspectus
bleibet, bei der vorhin  bezüglich
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ratione
der Arrende geleisteten Kaution auch die Gräfin nicht genugsam gesichert zu sein scheint, als kann derselbe auch aus denen Steinortschen Gütern nach unseren vorigen, in dieser Sache an dich ergangenen Verordnungen so schlechhin und bevor er  die Vorladung vor das Gericht
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citione de judicio fisci
prästiert, nicht gelassen werden. Befehlen dir daher allergnädigst, das delegierte Gericht danach zu instruieren, unseren Rescriptis gemäß nach Pflicht und Gewissen aufs schleunigste zu verfahren, dem Stadtschreiber David auch anzubefehlen, mehr erwähnten Knetsch bei demselben rechtlich zu vertreten.

Zitierhinweis

Antwort auf die Bitte des Stud. jur. Johann Christoph Nagel um Verfahrensaufschub. Königsberg, 5. November 1742In: Die Spiegelung neuzeitlich-bäuerlicher Lebenswelten in den Akten ostpreußischer Gutsarchive. Bearbeitet von Gaby Huch. Herausgegeben an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Berlin 2021-2023. URL: https://lebenswelten-digital.bbaw.de/dokumente/detail.xql?id=lehndorff_xbd_cxz_ypb