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Der König habe „gewiss nicht unrecht, wenn Er den Leichtsinn der Jugend der jetzt vorherrschenden Erziehungs-Art zuschreibt.“ Es werde kein guter Grund mehr durch die Religion gelegt, so dass „brausende Jugend-Torheit, Leichtsinn und Gottes-Vergessenheit“ überhand nähmen und die „christlichen Tugenden verdrängen“. Die meisten Eltern würden sich begnügen, den Kindern den „Katechismus  so gut es eben geht
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beizubringen, dann würde der „junge Windbeutel eingesegnet“. Ab da sei die Ausübung der Religion Nebensache. „O! möchte doch eine wahre Gottesfurcht in allen Ständen herrschend werden!“

Zitierhinweis

Johann Ernst von Kunheim an Ernst Ahasverus Heinrich Graf von Lehndorff. Elbing, 27. Oktober 1785 (Auszug)In: Lebenswelten, Erfahrungsräume und politische Horizonte der ostpreußischen Adelsfamilie Lehndorff vom 18. bis in das 20. Jahrhundert. Bearbeitet von Gaby Huch. Herausgegeben an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Berlin 2019. URL: https://lebenswelten-digital.bbaw.de/dokumente/detail.xql?id=lehndorff_zcf_wpg_jbb