Regest:

Nach dem Tod des Reichertswaldeschen Jägers Fabian Dziondoffski und seiner Ehefrau an der Pest im Juli 1710 bestellt die Herrschaft für die Söhne Friedrich, 3 Jahre, und Christoff, 3/4 Jahr, den Schulmeister zu Silberbach und den Hofbrauer zu Reichertswalde zu Vormündern, damit die Kinder „besser versorgt und christlich erzogen werden‟. Die Verlassenschaft wird in Gegenwart der Gerichtsgeschworenen von Silberbach aufgenommen. Der Wert beträgt 69 Fl., 9 Gr. zzgl. 12 Fl. für einen Rohdacker, die der Schulze zu Silberbach dem Jäger noch hätte zahlen müssen, davon an barem Geld 4 Fl. 8 Gr. Die Schulden belaufen sich auf 3 Fl. Ein Teil des Hausrats wird nicht taxiert, sondern den Vormündern ausgehändigt. Die Vormünder sollen die taxierten Stücke zum Nutzen der Unmündigen verkaufen. Sollten sie einen höheren Preis erzielen, sollen sie bedenken „dass sie es hier vor der Gnädigen Herrschaft und dermaleins vor Gott zu verantworten‟ haben. Der jüngere Sohn, Christoff, wird zur Schwester des Verstorbenen nach Güldenboden gegeben, damit diese ihn, bis er 6 Jahre alt ist, aufziehe, die dafür jährlich ein gewisses Quantum an Getreide zu Brot und Getränk und 3 Fl. für Kleidung erhält. Den älteren Sohn nimmt der Silberbachsche Schulmeister bis zu dessen 18. Lebensjahr zu sich, der in beschulen und später das Schneiderhandwerk erlernen lassen soll.

Zitierhinweis

Bestellung von Vormündern für die Kinder des Jägers Dziondoffski durch die Herrschaft. Reichertswalde, 20. Februar 1711In: Die Spiegelung neuzeitlich-bäuerlicher Lebenswelten in den Akten ostpreußischer Gutsarchive. Bearbeitet von Gaby Huch. Herausgegeben an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Berlin 2021-2023. URL: https://lebenswelten-digital.bbaw.de/dokumente/detail_doc.xql?id=lehndorff_epz_5x2_4rb