Nachdem die Wohlgeborenen Herren Friedrich, Fabian, Achatius und Christoph Burggrafen zu Dohna p Gebrüdere mancherlei Unordnung, Widerwillen, Ungehorsam und Untugend p. wegen der bishero bei Ihro Gnaden Dorfschaften teils gar alten, in jetziger Zeit ungereimten, und mancherlei ungleichen Willküren gewesen, teils Dorfschaften auch einmalen einige Willküren gehabt haben, angemerket, allem vorzukommen und abzuhelfen, haben bemeldte Herren Burggrafen zu Dohna eine gleichförmige Willkür verfassen und gleicheslauts anderen Dörfern der Dorfschaft Reichertswalde und derselben Einwohnern solche richtige Willkür, welche sie und ihre Nachkommen unverbrüchlich zu halten schuldig sein sollen, zustellen lassen, und lauten die Artikel derselben wir folgt:

1. Von Verlesung der Willkür
Es soll der Schulz jährlich die Gemeinde zwischen Weihnachten und Fastnacht, oder in Abwesenheit ihre Diener, denen es die Herrschaft anbefohlen, zeitig zuvor verboten, und in derselben Beisein diese Willkür der Gemeine deutlich verlesen lassen. Wer dazu nicht kommt, es sei Mann oder Weib, und keine ehrhafte Entschuldigung seines Ausbleibens einzuwenden hätte, soll der so Hubenbesitzer 1 Mark, ein Gärtner 6 Groschen, Instmann oder Hirt 3 Groschen in die Ratsbüchse erlegen, und nichts desto weniger anderen Strafen, so er sonsten laut dieser Willkür verfallen, im wenigsten nicht befreit sein. Wo aber der Schulze hierin säumig befunden würde, soll er der Herrschaft darum verfallen sein drei gute Mark.

2. Wegen Heiligung des Sonntags
Es sollen die Einwohner, wie sie Namen haben mögen, es sei Schulz, Krüger, Bauer, Müller, Handwerksmann, Gärtner oder Hirte, nebst ihren Kindern und Gesinde sich fleißig zu Gottes Wort der Kirchen und dem lieben Gott halten und keinen Sonntag, so oft das Gebet gehalten werde, zugleich Mann und Weib außerhalb der Kirche bleiben, bei Strafe 5 Groschen. Im gleichen alle Einwohner, Kinder und Gesinde, so über 10 Jahre alt, welche nicht sonntäglich in der Kirche sein können, soll keiner zwei Sonntage oder Feiertage nacheinander bei 3 Groschen Buße sich der Kirche enthalten, ausgenommen in Pestzeiten oder wenn andere anfallende Krankheiten regieren (davor Gott gnädiglich behüten wolle). Alsdann soll ein Unterschied zwischen den Gesunden und Kranken mit Vorwissen der Herrschaft gehalten werden, oder, da auch jemand hohen Alters halber nicht reiten noch gehen könnte, auch Krankheit und andern  Entschuldigungen
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Ehehaften
einzuwenden hätte, soll derselbe unschuldig zu halten sein, doch dass ein jeder, so aus der Kirche bleiben muss, seine Ehehaft desselben Tages vor der Predigt den Kirchenvätern oder Aufsehern anzeige, und sollen die Eltern ihre kleinen Kinder, so über 6 Jahre alt sind, auch gleicher Gestalt fleißig zur Kirche zu halten vermahnt sein. Die Strafe, so der Einwohner, Kinder und Gesinde hierin verfallen, sollen ein jeder, Eltern oder Wirt, zu erlegen schuldig sein, und an ihren Unterhalt solche zu kürzen Macht haben. Damit aber dieses dergestalt gewiss gehalten werde, als sollen die Schulzen und Kirchenväter nebst denjenigen, so die Aufsicht haben (maßen solche Aufseher insonderheit bei den General-Jahres-Visitations-Abschieden im Amte Holland klärlich verordnet worden, dass sie auch sonderliche Bänke in der Kirche zu besserer Verrichtung ihres Amtes haben, und deren in jedem Dorf zwei aus der Gemeinde bestellt werden sollen) fleißig Achtung geben, und die Ausbleibenden jedes Mal, sie wiederum zu Hause gehen, dem Pfarrer oder in dessen Abwesenheit dem Schulmeister melden, welche darüber ein richtig Verzeichnis halten und deswegen von solchen Strafen jährlich bei Einnehmung des Decem erfordern, und absonderlich in die Kirchenrechnung eingebracht oder mit Vorwissen und Verordnung der Herrschaft den notbedürftigen bekannten Hausarmen ausgeteilt werden. Wo aber diejenigen, so zur Aufsicht bestätigt, hierin säumig gefunden werden, und jemand, so außen bleibe, nicht anzeige, oder bisweilen ohne ehehafte Not selbst nicht zur Kirche kämen, sollen vor sich und anstatt der Ausgebliebenen vorgesetzte Strafe erlegen, auch zur besseren Aufsicht des Dorfes Einwohner unter sich in gleichen Teil verteilen, und wenn notwendig einer von ihnen aus der Kirche bleiben muss, also soll auch zu mehrer Übung der Gottesfurcht ein jeder Einwohner nebst den Seinigen jung und alt die fünf Hauptstücke Christlicher Lehren zum wenigsten alle Sonntage, die Morgen-, Abend- und Tischgebete aber täglich andächtig und von Herzen beten, oder in seiner und sämtlicher Hausgenossen Anwesenheit durch jemand aus ihnen, viel oder wenig, es seien Kinder oder Gesinde, vorgedachte Hauptstücke und Gebet sich und den anderen vorsagen und vorbeten lassen, mit christlicher andächtiger Zuhörung der anderen allen, wie dann die Prediger jedes Orts vermöge ihres Amtes, damit dies gewiss geschehe, sie nicht allein wie eine jede Person ihres Kirchspiels in seinem Christentum und in den fünf Hauptstücken Christlicher Lehre und derselben rechten Verstand geübt und erfahren sein wissen möge, bei fleißiger und öfterer Verhörung des Gebets sich dessen erkundigen, sondern auch deswegen aus jedem Haushalt jede Person, was selbige hierin wissend und wie sie sich in ihrem Christentum und in obgemeldter Ordnung verhalten aufzeichnen, und solches, wie auch, was diesem zuwiderlaufen möchte, der Herrschaft in einem ordentlichen Register p. jährlich bei Anhörung der Kirchenrechnung oder wann es sonst die Herrschaft begehren würde, zeigen zu können Fleiß anwenden werden. Wer nun hierwider mutwilligerweise handelt, den Pfarrern, Schulzen, Kirchenvätern oder Aufsehern sich widersetzten würde, derselbe soll nach Erkenntnis des Gerichts ernstlich gestraft werden.

3. Es soll niemand bei Zauberern, Segnern, Büßern, Wahrsagern, viel weniger bei anderem vermeinten Heiligtum, in keinerlei Krankheit und Not, sondern allein zuvor bei Gott dem Herrn Hilfe und Errettung und hernach bei den Ärzten Rat suchen. Wer hier widerhandelt, soll nach Erkenntnis des Gerichts ernstlich gestraft, die Zauberer und Zaubersche, Segner, Büßer und Büßersche, Wahrsager und Wahrsagerinnen aber mit Feuer und Schwert vom Leben zum Tod gerichtet werden, alles nach der Sache Beschaffenheit und des Gerichts Erkenntnis, wie Recht ist.

4. Wer den Namen Gottes missbraucht und bei unseres Herrn und Heilands Jesu Christi Wunden, Marter und Heiden-Sakrament und dergleichen fluchen und schwören würde, derselbe soll, so oft es geschieht, nicht allein vor der Kirche öffentlich drei Sonntage ins Halseisen gestellt, sondern auch an Geld, die freventlichen Gotteslästerer aber an Leib und Leben oder mit Abnehmung etlicher Glieder, nach Erkenntnis des Gerichts, vermöge dem Landrecht, gestraft werden; derowegen vor solch Lästern ein jeder die Seinigen zu warnen hat. Wer einen hört fluchen und solches nicht anzeigt, der soll, so oft er es verschweigt, vor jedes Mal 1 Gulden Ungarisch der Kirche erlegen.

5. Niemand soll am Sonn- oder Feiertage, weder vor noch unter der Predigt (ausgenommen die Reisenden, Kranken und sonsten alle Unvermögende und solche Leute, die etwa ihrer Gesundheit halber um einen Pfennig 6 und 9 dessen unvermeidlich benötigen), Branntwein oder Bier verkaufen noch umsonst zu zechen geben bei 1 Mark Buße der Kirchen.

6. Wann ein Einwohner im Dorfe oder seines Gesindes einer vor oder unter der Predigt, oder weil man in der Kirchen beisammen ist, nach Nüssen, Äpfel, Birnen, Erdbeeren,  Himbeeren
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Hindtbeeren
und anderen Beeren, Fischen, Vogelnestern oder anderswo in Strauch gehen oder verweisen, hernach gleich in die Kirche gehen oder doch darin schlafen würde, derselbe soll dem Dorf 3 Groschen in die Ratsbüchse geben und gleichwohl vorgesetzte Buße der Kirche erlegen.

7. Weil Gottes erster Befehl ist, dass die Kinder ihre Eltern in Ehren halten sollen, sich aber leider oftmal das Widerspiel befindet, als wird ein jeder (sonderlich diejenigen, welche ihre Eltern oder Erbgeber und Vormünder, so ihnen ihr Erbe überließen, zu unterhalten) mit Fleiß vermahnt sein, dass sie dieselben nicht allein ehren und lieben, sondern auch dasjenige, so sie ihnen vermöge ihres Kaufbriefs jährlich zu reichen schuldig, im wenigsten nicht entziehen sollen, bei Vermeidung Göttlicher und der Obrigkeit darüber gesetzten Strafe.

8. Weil Diebstahl ein abscheulich Laster ist, welches vermöge Göttlicher und Weltlicher Gesetze billig ernstlich gestrafet wird, als ist zu Verhütung dessen nötig, dass die bekannten dürftigen Hausarmen und Elenden, so wegen Leibes Schwachheit und Unvermögenheit ihr Brot nicht erwerben können, laut Gottes Befehl mit allerlei Notdurft versehen und erhalten werden, derowegen soll ein jeder hiermit fleißig ermahnet sein, dass keiner, dem Gott was bescheret hat, derselbe jemand unbegabet von sich gehen lassen, damit der also von Gott zeitliche und ewigliche Belohnung zu gewarten und die Strafe, so über die Unbarmherzigen, welche ihre Ohren vor der dürftigen Bitte verstopfen, ergehen wird, desto besser vermeiden mögen.

9. Damit aber jedermann wisse, wem er seine Almosen zu geben hat, als soll hinführo keinem einheimischen bekannten Dürftigen zu betteln, noch umzugehen verstattet sein, weil weniger demselben mehr als einmal das Almosen geben werden, und sonderlich, wenn er ein Anzeichen unter dem Hofsiegel und jemanden aus der Herrschaft eigener Handunterschrift bei sich hätte, welches doch auch nur ein Jahr und allein in Herren zu Dohna p. Dorfschaften gültig sein soll, nach Ausgang des Jahres aber, im Fall er dessen ferner bedürftig wäre, soll es wiederum verneuert werden.

10. Mit den fremden unbekannten argwöhnischen Bettlern aber, und auch mit den einheimischen, welche in teurer Zeit keine Arbeit bekommen können, obgleich gern arbeiten wollen, im gleichen auch mit Fremden, Abgebrannten, gefangenen Soldaten und Zigeunern soll es vermöge der Herrschaft hierüber verfassten sonderlichen Ordnung gehalten und im geringsten nichts darwider getan werden.

11. Nachdem aus Schmähwörtern, Gezänk und Schlägerei auch oftmals Todschlag erfolgt, als soll derjenige, so im Kruge, Gülden und anderen Orten zu einem Hader Ursache gibt, im gleichen, wer auf einige Friedegebote der Herrschaft wegen, es geschehe vom Schulzen, Geschworenen, Krüger,  Handwerksmeister
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Güldenmeister
, Hauswirt oder sonst jemand, nicht Friede halten wollte, 3 Mark in die Almosenbüchse, der Dorfschaft aber 1 Mark in die Ratsbüchse erlegen, und denn wogegen die Herrschaft seines Verbrechens halber nach Erkenntnis des Gerichts gestraft werden, und es soll in Gülden niemand kein Messer noch einig Gewehr bei sich tragen, bei 3 Mark Strafe der Herrschaft und das Messer und Gewehr soll dem Güldenmeister oder Hauswirt verfallen sein.

12. Es soll niemand dem anderen, weder im Kruge, Hochzeiten, Kindesbieren oder anderen Zusammenkünften, halbe oder ganze Kannen voll, noch andere Gefäße auszutrinken nötigen, viel weniger anderer Gestalt zu einiger Vollsauferei noch Überfluss, daraus allerlei Lasten entspringen, Ursach geben. Wer solches tut, soll einen halben Gulden Strafe der Kirche zu erlegen schuldig sein.

13. Vom Tanzen in den Krügen
Weil in den Krügen des Sonntags des Tanzens kein Aufhören, welches ein schändlicher Gebrauch und selten was Gutes bei dem Nachttanzen erfolgt, so soll der Krüger im Sommer nach Glocke Neun und des Winters nach Glocke Acht keinen Tanz mehr gestatten, bei 12 Mark Strafe, auch soll jeder Wirt und Wirtin ihre Töchter und Mägde, so sich gern beim Tanzen finden lassen, zu rechter und vorgemeldter Zeit, des Sommers aber mit der Sonnen Untergang und also noch bei Tage, in ihre Behausung einfordern. Sollte aber jemandes Töchter oder Dienstmagd dieser oder anderer Gestalt wegen Zulassung und Verstattung ihrer Eltern oder Brotherren eigenen Willens zu Unfall kommen, derselbe Wirt oder Wirtin soll nach Erkenntnis des Gerichts gestraft werden, wer sich aber nach gemeldter Zeit wider des Krügers oder des Güldenmeisters und des Hauswirts Willen, in dessen Haus der Tanz gehalten, zum Tanz aufspielen lässt, derselbe soll 6 Mark Strafe der Herrschaft erlegen und demselben Wirt 1 Mark. Gleicher Gestalt soll es auch in den Gülden, oder da die Knechte unter sich allein Bier hätten gehalten, nach obgemeldter Zeit durch die Güldemeister ausgeklopft, kein Tanz mehr gestattet, jedoch zum Feierabend eine Pfeifkanne voll Bier gezapft und damit alles eingestellt werden, bei 12 Mark Strafe.

14. Wer in den Krügen beim Schulzen, in Hochzeiten, Kinderbieren, Gülden oder anderen Orten schandbare Worte und Werke, wodurch die Jugend geärgert wird, redet, singt oder gebraucht, der oder dieselbe sollen 3 Mark der Herrschaft, 1 Mark der Kirche und 10 Groschen in die Gemeine Büchse verfallen sein, und nach Gelegenheit wohl härter gestraft werden.

15. Es soll auch keiner dem anderen seinen Dienstboten entspannen oder abmieten, mit Verhöhnung des Lohns oder sonst womit es sei, damit er ihn seinem ersten Brotherrn möchte abspenstig mache. Würde einer, der solches tut, befunden, so soll er der Herrschaft 1 gute Mark und dem Nachbarn ein Viertel Bier geben, auch dem, welchem er den Dienstboten entwendet, denselben wieder folgen lassen.

16. Wo auch solche Dienstboten erfunden würden, die sich zwei Herren zugleich vermieten, dieselben sollen, es sei Knecht, Magd oder Junge, durch die Herrschaft, bei welchen der Schulz solchen Mutwillen ungesäumt anzuzeigen schuldig, mit Gefängnis oder sonst nach ihrem Gefallen gestraft und nicht eher ausgelassen werden, sie bewilligen sich dem ihren Brotherren, dem sie vorerst zugesagt und von dem sie den ersten Gottespfennig genommen, vermöge der Landesordnung auszudienen.

17. Es soll keiner des Nächsten Gut im Schein des Rechten mit Unrecht an sich bringen, viel weniger der Unmündigen liegend oder fahrend Gut untaxiert und ohne der Herrschaft Vorwissen an sich erkaufen, bei Verlust des ausgezahlten Geldes, welche derselbe den Armen verfallen haben soll.

18. Der Bauern Vermögen
Es soll kein Witwer oder Witwe noch dero Kinder, so ein Erbe annehmen, ehe und wenn sie sich mit Vorwissen und Zulass der Herrschaft mit den Erben vertragen haben, Hochzeit machen, und sollen die Übertreter deswegen vor Gericht vermöge dem Landrecht gestraft werden.

19. Verwaltung des Schulzen
Wer den Schulzen oder Ratleute verachten wird oder schelten, soll nach Erkenntnis der Herrschaft gestraft werden.

20. Wenn der Schulz die Gemeine mit dem Horn oder anderer Gestalt zusammenrufen oder fordern lässt, solle ein jeder Wirt oder Wirtin oder im Fall ihres Abwesens und Verhindernis ehehafter Not jemand von seinem Gesinde, sich zu ihnen verfügen und anhören, was der Schulz wegen der Herrschaft oder mit Wissen und Willen der Ratleute zu der Gemeinde Besten oder sonst wird für gegeben. Wer über eine viertel Stunde außen bleibt, soll jedes Mal 4 Schillinge ablegen, und gleichwohl des Schulzen Befehl gleich seinen Nachbarn nachkommen.

21. Wenn der Schulz den  Gerichtstag
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Ding- oder Rechentag
hält, soll sich jeglicher Nachbar zu ihm verfügen, wer zu spät kommt, soll die vorige Buße geben, wer es aber gänzlich versäumt, soll 30 Schillinge ablege, es wäre denn, dass er in der Herrschaft Geschäfte verschickt oder mit Krankheit oder sonst mit ehehafter Not verhindert wäre. Gleicher Gestalt soll es auch mit denen, so der Schulz Amtswegen absonderlich fordert, gehalten werden.

22. Von Verrichtung des Schulzengewerks
Wenn der Schulz Scharwerk anzeigt, es sei für die Herrschaft, die Kirche, Landstraße oder für das Dorf oder wie es sonst Namen haben mag, so sollen alle Bauern zur Stunde, die er angesetzt, nach seinem Befehl ihm, dem Schulzen, auf dem Fuß folgen. Und wer alsdann bei Scharwerk-Anfang nicht zur Stelle sein wird, soll der Herrschaft 15 Groschen und der Gemeinde 10 Groschen Strafe in die Ratsbüchse geben und das vergessene Scharwerk gleichwohl verrichten, es sei denn, das einer nicht Angespann hat oder das ihm das Vieh krank ist, so soll derselbe sich mit der Gemeine deswegen vertragen.

23. So jemand von dem Schulzen oder Ratleuten zu pfänden oder anderen Verrichtungen ausgeschickt würde, und dieselben durch Männer oder Weiber mit bösen Worten abgefertigt werden, sollen die Weibe, so solches tun, der Herrschaft 15 Ellen Klein Heeden Leinwand ablegen, der Mann aber nach Erkenntnis der Sache vor Gericht gestraft werden.

24. Wer dem Schulzen Ungehorsam ist und seinem Befehl und Gebot sich widersetzt, es sei in was Sache es wolle, der soll der Herrschaft 1 Mark und in die Ratsbüchse 6 Groschen zahlen. Würde aber mit Worten oder Tat sich jemand gröber am Schulzen vergreifen, soll fernere ernstere Strafe zu Erkenntnis der Herrschaft stehen. Da aber der Schulz der Herrschaft solchen Ungehorsam verschweigen und nicht jedesmal anmeldet, soll er in gleicher Strafe sein.

25. Im Fall der Schulz etwas Ungebührliches denen Untertanen werde anmuten oder gebieten, so soll einem jeden der Gemeine freistehen, solches der Herrschaft anzuzeigen, deswegen denn der Schulz ernster Strafe gewärtig sei.

26. Von den Schöppen und Ratleuten
Wenn einer zum Schöppen, Ratmann oder Dorfgeschworenen erkoren wird, und er sich ohne genugsame erhebliche Ursache dawider setzt, soll er 5 Groschen in die Ratsbüchse geben und soll es dennoch sein.

27. Verbotenes Eicheln lesen
Wenn die Zeit kommt, dass die Eichel reif werden und fallen werden, so soll kein Nachbar, noch jemand von seinem Gesinde, auf eines anderen Stück Eicheln lesen lassen, sondern ein jeder auf dem seinigen, und wo einer oder mehr besehen wird, soll er 5 Groschen in die Büchse geben. Aber was die Freifelder anlangt, da man die Schweine soll hüten und keineswegs soll freilaufen lassen, soll man solches die Schweine auflesen lassen. Wo aber einer im freien Felde zu lesen befunden wird, soll er 5 Schillinge Buße in die Ratsbüchse geben.

28. Niemand soll lassen um die Hälfte, noch um die vierte Garbe säen, viel weniger seinen Acker oder Wiesen vermieten. Es sei gleich um den Mist oder anderer Gestalt ohne Vorwissen der Herrschaft, der aber solches tut, soll die Arbeit, Part und das Heu verloren haben, welches alles der Herrschaft zukommen soll, der Gemeine aber (so oft einer eine Wiese oder Acker ohne Erlaubnis vermietet) 1 Mark in die Ratsbüchse. Im gleichen soll keiner seinen Dienstknecht über 3 Scheffel Hafer aussäen, bei 3 Mark Strafe und Verlust des darüber gesäten Getreides.

29. Wenn unser Herrschaft die Früchte auf dem Felde also segnet, dass ein Bauersmann von seinem Getreide übrig zu verkaufen, also soll dazu die Herrschaft um gebührliche Bezahlung in alle Wege den Vorkauf haben. Insonderheit aber bei Verkaufung der Gerste, und soll ohne Vorwissen der Herrschaft keiner seine Gerste anderswo verkaufen bei Verlust derselben oder des Werts dafür, und von jedem Scheffel 1 Groschen der Kirchen. Dagegen soll um Martini oder auf dem Zinstage der Kauf um Gerste allezeit gemacht und also gezahlt werden, wie in den nächst angelegten Städten.

30. Es soll weder der Schulz, noch ein einziger Einwohner einen Gärtner noch Handwerksmann, viel weniger fremdes unbekanntes Gesinde, sonderlich diejenigen Dienstboten, so kein Zeugnis ihres Verhaltens haben, ohne der Herrschaft Wissen bei sich beschäftigen, bei 3 Mark Strafe der Herrschaft und 10 Groschen in die Ratsbüchse.

31. Weilen auch in der Landesordnung alle Instleute, Brechstüber und dergleichen Loßgesindelei verboten und ausdrücklich verordnet, dass man dieselben soll abschaffen, sonderlich aus denen Ursachen, dass sonsten, und wenn die Instleute und dergleichen lose Leute aufgenommen werden, die Bauern schier keinen Knecht behalten können, als sollen billig dergleichen unnütze schädliche Leute, durch welche auch sonsten viel Böses gestiftet und allerhand Beschwer und Unfug verursachet wird, hier auch nicht geduldet, sondern ausgeschaffet und abgewiesen werden. Darauf die Schulzen mit allem Fleiß die Aufsicht haben und Achtung geben sollen. Im Fall aber der Schulz hierin säumig wäre und Instleute zulassen oder dulden würde, so er der Herrschaft jederzeit vor einen jeden Instmann einen Gulden ungleich zur Strafe, der Wirt aber, der solchen Instmann beherberge, 3 Mark in die Ratsbüchse ablegen und dem Instmann soll sein Hab und Gerät genommen, der Kirchen oder den Armen zugeeignet und er aus dem Dorfe und Gebiet verjagt werden.

32. Da einer dem anderen etwas an Vieh oder Hausgerät, wie es Namen haben mag, zu Kauf bringen möchte, so soll der, dem solches zu Kauf gebracht worden, nicht kaufen, er habe sich denn eigentlich erkundigt, ob solches, was ihm der Verkäufer gebracht, auch sein wohlgewonnen Gut sei und ob er es auch mit Vorbewusst und Willen seiner Herrschaft verkaufen möge. Wo er solches nicht macht, oder einem vermutlich entfremdet hätte, soll ihm dasselbe nicht abgekauft, sondern dem Schulzen durch Käufer angezeigt werden. Der soll es samt dem Verkäufer anhalten und ohne der Herrschaft Willen nicht losgeben, bei Strafe 3 Mark oder mehr nach Gelegenheit der Umstände oder zufälliger der Sache Beschaffenheit.

33. Wo aber jemand über dieses etwas kaufen und dem Schulzen nicht zuvor anzeigen würde, soll er das Gekaufte, es sei wenig oder viel, dem oder denenselben, so es durch den Verkäufer entwendet, ohne Wiedererstattung wiedergeben oder folgen lassen, daneben der Herrschaft darum, dass er es heimlich erkauft, eine gute Mark  Text bricht an dieser Stelle ab.
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auf dem Dorf ein

34. Es soll niemand doppelt Spiel in seinem Haus leiden, bei der Buße nach laut der Landesordnung 3 guter Mark. Darauf sollen die Schulzen, Gerichts- und Ratleute fleißig sehen, und wo Unfleiß des Aufsehers vom Schulzen oder Ratleuten gespüret, oder die, so solches verbieten sollen, selbst übertreten, soll dasselbe von der Herrschaft an ihnen höher als am gemeinen Mann gestraft werden, und soll keiner mehr als 6 Schillinge auf einmal zu verspielen vergönnt sein.

35.  Siehe dazu in: GStA PK, XX. HA, Rep. 54 GA Lehndorff, Nr. 122, die Grenzziehung für das Dorf Serwillen in verschiedenen Ausfertigungen, aufgenommen von dem Landmesser Christian Voigt (1588), mit markanten Grenzpunkten, die einem solchen „Grenzgang‟ zugrunde gelegt werden konnte.
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Es soll die Dorfschaft jährlich einmal im Frühjahr nach ihren Grenzen sehen und selbst ganz Raum und richtig halten.
Wer dazu nicht kommt, soll 1 Mark Buße in die Ratsbüchse geben.

36. Ein jeder soll sein Aas nicht auf dem Dorf, sondern an den Ort, den der Schulz mit den Ratleuten verordnen und benennen wird, schleppen lassen, bei 15 Schilling Buße, und soll es dennoch wegbringen. Auch soll niemand seines Nachbarn Rhein auspflügen, viel weniger die Grenzen, noch darauf gesetzte Grenzstein verrücken. Wer es aber tut, soll nach Erkenntnis des Gerichts gestraft werden.

37. So die Gemeinde zwiespältig oder irrig wird in Sachen, welche die Dorfschaft betreffen, und sich derowegen unter sich nicht vereinigen können, so sollen sie in zwei Haufen treten, darauf hernach der kleinste Haufen dem großen folgen soll, es sei denn, das sich der kleinste Haufen auf die Herrschaft berufe, so soll alsdann die Erkenntnis dahin verwiesen werden. Würde derselbe aber im Beruf Unrecht haben, soll er der Gemeinde etwa ein Viertel Zins oder dergleichen andere Strafe geben, jedoch nach Beschaffenheit der Sache und der Herrschaft Befindung.

38. Es soll niemand durch sich oder die Seinen, noch sein Gesinde, mit bloßem Feuer, Licht, noch keiner des Nachts in seine Scheune, Hof, Schuppen oder Stall gehen, sondern es soll ein jeder solch sein Licht in den Laternen halten und das daraus nicht nehmen, wenn man in die Scheune, Hof und Stall geht, damit davon keine Gefahr des Feuers zu gewarten sei, so aber jemand darüber besichtigt und straffällig befunden würde, soll er 3 gute Mark der Herrschaft und 1 Mark dem Dorf Buße verfallen sein. Und wenn die Ratleute zu gewöhnlicher Zeit nach den Feuer-Haken, Leitern am Haus, ledernen Eimern und dergleichen umgehen zu besehen, sollen sie zugleich fleißig Achtung geben, damit ein jeglicher Wirt zwei eigene unzerbrochene ganze Leuchten in seinem Haus habe. Wer hierin nachlässig befunden, soll obgedachte Strafe ohnfehlbar erlegen.

39. Die Schornsteine und Ruß 4 Mal im Jahr zu besehen
Es soll der Schulz mit den Ratleuten, wenn es am bequemsten ist, aufs wenigste vier Mal im Jahr als auf Weihnachten, Mitfasten, Pfingsten und Michaelis, zu allen Nachbarn gehen um zu sehen, dass der Ruß und Spinnweben rein abgekehrte, auch kein Bruch Feuer halben zu befinden sei. Wo jemand hierin straffällig wäre, soll er vor jeglichen Herd ablegen 6 Schilling.

40. Von den Backofen
Es soll hinfüro niemand, wer er auch sei, gestattet werden, seinen Backofen unter sein Dach in seinem Hause zu setzen, sondern wer einen neuen Backofen bauen will, soll sich ernstlich bei dem Schulzen anmelden, welcher im Beisein der Ratleute entweder auf dem Anger oder im Garten einen sicheren Ort aussehen und daselbst zu bauen erlauben soll, und also stets das Ofenloch vom Gebäude abgewendet sei zur Verhütung des Unglücks.

41. So jemand bestohlen wird, soll es der Beschädigte aufs erste dem Schulzen ansagen, der soll alsbald darauf die Gemeine verhören und nachdem das Dorf groß ist, den dritten Teil der Bauern zu Pferd ausschicken, welche auf vier Straßen ausreiten sollen, Und so der Dieb von einer Partei ertappt wird, soll man ihn ins Gefängnis legen, darauf soll einer von denen, so ausgesandt, bei ihm bleiben, der andere soll kommen und es ansagen, damit der Beschädigte die Sache weiter befördern könne, und man soll nach Hubenzahl zusammenlegen, im Fall in der Gemein Büchse kein Geld vorhanden wäre, damit man denen, so nachgeritten, lohnen könne, nämlich zur Zehrung von jeglichen Tagen auf jeden Mann 8 Groschen und für 1 Pferd 6 Groschen. Sie sollen aber aufs wenigste verpflichtet sein, dem Tätern 10 Meilen zu folgen, und wo sie den Dieb auskundschaften, sollen sie weiter folgen soweit sie können. Wer aber auf die Spur käme und den Dieb nicht verfolge, sondern selbigen Dieb übergehen würde, der soll 1 Mark in die Ratsbüchse erlegen und ferner nach Erkenntnis der Herrschaft gestraft werden, dafür, dass er nachlässig gewesen ist, den Übeltäter zu verfolgen.

Von Rücken, Zäunen und Graben

45. Es sollen alle Rücke, Zäune, Dorfgründe und Hecken fertig gemacht sein von S. Philippi Jacobi und alle Gräben vor Johannis geräumt sein. Es sollen auch alle Wiesenfelder von Philippi Jacobi  verboten sein zu betreten?
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an verboten sein bei
nachfolgender Buße.

46. Wenn der Schulz befielt, die Rücken zu besichtigen und die Ratleute es nachlassen, soll jeglicher von ihnen ablegen 10 Groschen. Man soll aber den Nachbarn ansagen, wenn die Besichtigung geschehen soll, damit ein jeder, dem es gefällt, möchte mitgehen und ansehen, dass ihm nicht Unrecht geschieht.

47. Wenn die Ratleute in der Besichtigung Gebrechen finden, soll von jeglicher bruchfälligen Stange oder die man mit einem Fuß zerbrechen kann, abgelegt werden 3 Groschen.

48. Wenn der Schulze mit den Ratleuten die Vorflut an den Gräben auf dem Feld oder im Dorf zu machen gebeut, und dasselbe innerhalb 15 Tagen nach angesetzter Zeit nicht genugsam verrichtet ist, soll derjenige, welcher säumig erfunden wird, allemal von jeglicher Rute ablegen 18 Schilling und so mittlerzeit Schaden daraus entstünde, soll er nichts desto weniger den Schaden entrichten. Im Fall er es aber auf den anderen Befehl auch nachließe, soll er von jeglicher Rute doppelt geben, wo aber jemand ferner ungenügsam würde, soll man es der Herrschaft anzeigen, die ihn, anderen zum Abscheu, mit mehrerem Ernst wird zu strafen wissen, so aber der Schulze und Ratleute an ihrer Aufsicht und Befehlen säumig waren, sollen sie selbsten gemeldte Strafe doppelt zu erlegen schuldig sein.

49. Welchem Wasser auf sein Stück oder Huben kommt, der mag es mit einer Wasserfuhre, eine Rute lang, auf seines Nachbarn Stück oder Hubenwiese leiten, da es am wenigsten Schaden tut, wo es die Not erfordert.

50. Wo Schaden am Getreide oder Wiesen von wegen der Rücken oder Zäune geschehe, soll derjenige den Schaden ausrichten, desselben Zäune bruchfällig befunden worden.

51. Niemand soll durch gehegte Felder, Getreide oder Wiesen fahren, auch keine Rücken aufbrechen, sonst soll er, so oft es geschieht, 5 Groschen und darüber von wegen der aufgezogenen Rücken, allen Schaden, so daraus folgt, gelten und zahlen. Wer das Tor oder Heck hinter sich nicht zumacht, der soll zur Buße 6 Schillinge geben nebst Entrichtung des Schadens, der daraus möchte gekommen sein. Und sollen die Tore also gefertigt werden, dass man selbige reitend vom Pferd aus auf- und zumachen kann. Die Zäune sollen auch alle fest verboret und verkeilt werden, dass sie kein Fremder leicht aufbrechen könne, zu welchem es denn sehr nötig wäre, das sonderlich auf den Grenzen gute Graben gemacht werden, dadurch nicht allein allen Schaden vorgebracht, sondern auch das Holz kann erspart werden. Wer nun wider dieses sündigt, der soll 10 Groschen Strafe zu die Büchse legen.

52. Wofern ein Nachbar mit dem anderen wegen Mangel der Zäune Irrung hätte, und einer den anderen vor den Schulzen beklagte, dass der andere nicht besser will, so soll solche Besserung vom Schulzen und Ratleuten befohlen werden. Wo es aber nicht geschieht, soll der Schuldige, so oft er darüber beklagt wird, ablegen 5 Schilling.

53. Wenn ein Mann im Dorf zäunt, es sei Pflanzgarten oder Nachbarzaun, der soll den Pfahl oben abstämmen, wo aber Schaden daraus erfolgt, soll er den Schaden gänzlich gelten oder zahlen.

Von Pferden und derselben Hüte

54. Wo jemand seine Pferde ins gehegte Feld treiben oder  Zur Bedeutung siehe hier
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zeudern
wird, soll zur Buße ablegen von jedem Pferd 9 Schillinge, wo durch jemand seine Pferde treibt in die Hegeweide, soll allemal vom Pferd ablegen 6 Schilling für den Ungehorsam, den Schaden aber auf Erkenntnis der Geschworenen sonderlich verwetten.

55. Ein jeder soll seine Pferde, so durch die Rücken kriechen oder brechen, spannen, und wo danach Gespanne durchkriechen oder überspringen, alsdann soll er sie daheim behalten, sonst wo Schaden daraus folgt, soll er den Schaden aufrichten und darüber 3 Groschen zur Buße geben.

56. So jemand von seines Nachbarn Pferde durch Rücken oder Zäune Schaden geschieht, wo davon Gebrech gewusst, soll derjenige den Schaden gelten, dem die Rücken oder Zäune zukommen, wo aber an den Rücken oder Zäunen nicht Gebrech gewesen, soll der Zechner, der die Hüte hat, die Hälfte des Schadens gelten, und dem der Schaden geschehen, soll die andere Hälfte leiden.

57. Man soll auch alle jungen Hengste, so über 2 Jahre alt, mit den alten gleich hüten, wo aber jemand ein renisch Pferd hat, das ins zweite Jahr geht, der soll es entweder klopfen oder leuchten lassen oder gar daheim behalten, wenn ihm solches von den Ratleuten angesagt wird. Wer hierwider handelt, der soll, so oft es geschieht, zur Buße ablegen 6 Schilling. Wo auch jemand seinen Nachbarn zu nahe zeudert, soll desgleichen 6 Schilling zahlen. Wo auch ein Pferd nicht beständig geklopft oder geleuchtet wäre, soll man ihnen das bei derselben Buße verbieten. Der auch ein solch renisch Pferd nicht will lassen in die Hecken gehen, mag es wohl im Roggen August mit zu Felde nehmen und auf seinen Huben zeudern, nach dem Roggen August aber soll er es heimnehmen, sonst so oft man es außen findet, soll sein Herr davon ablegen 9 Schillinge.

58. Niemand soll rotzige, schnupige oder räudige Pferde, noch die die Pürtzel oder auswerfenden Wurm haben, aufs Feld bringen, sonst soll er der Herrschaft verfallen sein 3 Mark, der Gemeine 10 Groschen, und das Pferd, sofern er es nicht allein hält oder heilen lässt, soll totgeschossen werden.

59. So jemand Pferde im verbotenen Felde sieht und dem, auf welche Stück es geschehen wird, nicht ansagt, der soll vom Pferde ablegen 9 Schilling, unangesehen, dass es andere mehr auch gesehen hätten.

60. So jemand durch gehegte Felder fährt und ließe sich ein Jährling nachlaufen oder ein altes Pferd, soll ablegen von jedem Pferd 2 Schillinge.

61. Es soll niemand seine Pferde im Sommer ausspannen oder freigehen lassen, wenn das Feld verboten ist, allein mag er sie leiden über seinen Wagen, sonst wer dawider tut, soll ablegen von jedem Pferd 2 Schillinge Dies soll auch im August gehalten werden.

62. Wessen Pferde auf der Saat gehend befunden werden, der soll von jedem Pferd 3 Groschen zahlen, halb dem, der sie gepfändet, und die andere Hälfte in die Ratsbüchse, und wo der Schaden merklich wäre, soll selbiger binnen 24 Stunden erwiesen, geschätzt und erstattet werden.

Von der Nacht-Hüte, und an welchen Orten solche dergestalt gehalten werde

63. Welche die Nacht-Hüte haben (die doch länger nicht währen soll bis auf Petri Pauli) und nicht alle Pferde wieder ins Dorf bringen, sollen verpflichtet sein, wenn man es ihnen angesagt, mit dem, so seine Pferde misset, soll der die Hüte gehabt, den halben Schaden nach Erkenntnis der Gemeine gelten, ausgenommen so es weiter für die Herrschaft gedeiht.

64. Bei solcher Nacht-Hüte soll allezeit sein ein rechter Wirt oder, da derselbe alters und ehehafthalber zu schwach dazu, soll er seinen Sohn oder einen tüchtigen Knecht oder anderen gewissen Mann, dem zu trauen ist, an seine Stelle schicken, damit kein Schade geschieht. Sonst soll er die Hüte verloren haben, und die folgende Nacht nichts desto weniger hüten und Überstattung des Schadens, so da geschehen möchte, vermöge vorgemeldten Artikels auch zur Buße ablegen 4 Schillinge.

65. Jeder Wirt soll seine Jährlinge oder jährige Füllen, weil sie gemeiniglich des Frühjahrs schwach sein, die erste Umreise von der Nacht-Hüte zu halten Macht haben; jedoch auf sein   Textverlust [...] und das der Zechner-Hüte vor den Schaden nicht stehen dürfe.

66. Welcher die Nacht-Hüte gehabt hat, soll seinen Nachbarn auf den Vormittag ansagen, dass sich derselbe auf der Zeche zu hüten gefasst hält, würde aber der vorige Nachthüter verschweigen, soll er die erste Hüte verloren haben und die folgende Nacht wiederum hüten.

Von den Tag-Hüten, bei welchen Dörfern solche dergestalt gehalten wird

67. Welcher die Tag-Hüte gehabt (die da währt bis auf Bartholomäi) und alle Pferde nicht zu Hause bringt, soll verpflichtet sein, wann es ihm angesaget ist, der in die Zeche oder Hüte getrieben, dasjenige, so verloren ist, wiederum zu suchen, wo er es nicht findet, soll er es gänzlich zahlen.

68. Es soll ein jeder verpflichtet sein, wie billig ist, mit seinen Nachbarn zu hüten so bescheidentlich, das einer von 8 Pferden hüten soll 2 Tage und von 4 Pferden 1 Tag und von 6 Pferden 1 1/2 Tag und so dergleichen, dass sich niemand zu beschweren hat. Jedoch wo jemand 9 Pferde hat, sollen sie allein vor 8, wo einer 7 allein vor 6, wo einer 5 allein vor 4 gerechnet werden.

69. Es soll auch niemand, der die Zeche oder Hut hat, die Pferde das Dorf entlang jagen, sonst, so oft es geschieht, soll der die Zeche hat ablegen 4 Schillinge, und so darüber jemand zu Schaden käme, soll er denselben entrichten.

70. Welcher den Abend zuvor die Tage-Hüte nicht von sich sagt, soll noch einmal hüten. Würde auch Schaden geschehen, soll er den Schaden entrichten, und noch 2 Schilling Buße geben.

71. Es soll der Hinterste, welcher die Hüte gehabt hat, stets die Hut fordern, damit sie folgenden Tages der nächste Nachbar wieder annehmen, würde er es aber dem Nachbarn nicht ansagen, soll er zur Strafe den folgenden Tag wiederum hüten.

72. Welcher die Hut nicht ausgehütet, soll über die Buße und Aufrichtung des Schadens 10 Schillinge in die Ratsbüchse erlegen und den anderen Tag weiter hüten.

73. Niemand soll mit Ungestüm die Zeche treiben über Brücken. Sonst, wo jemand Schaden daraus empfinge, soll der Hüter den Schaden gelten und darüber zur Buße 5 Schilling in die Gemein Büchse zahlen.

Von Rind und anderem Vieh

74. Es soll ein jeder sein Vieh vor den Hirten treiben, es sei gleich Schwein, Schaf oder anderes Vieh, so man es aber auf der Straße findet, wenn der Hirt auf dem Feld ist, soll der, dem es gehört, davon ablegen zur Buße vor jeglichen Haupt 3 Schillinge, ausgenommen eine Sau mit jungen Ferkeln, die man 4 Wochen auf den Straßen freigehen, danach soll sie gleich dem anderen Vieh gehalten werden. Welcher auch seine Schweine, wenn der Hirt zu Heim kommt, auf den Acker gehen lässt, der soll von jedem Schwein 3 Schillinge Buße ablegen, damit der Anger nicht umgewühlt werde. Gleicher Gestalt soll ein jeder Stück Rindvieh, Schaf und Schweine, welches in verbotenem Feld, ehe solche freigegeben gefunden werden, 3 Schillinge in die Büchse geben, wo aber Schaden geschehen, soll derselbe in 24 Stunden besichtigt und erstattet werden.

75. So jemand wollte Rinder in die Weide tun, soll er sie dem Hirten erst nicht vortreiben, auch nicht zuletzt, sonst soll er den ersten Hütelohn geben oder den letzten.

76. So jemand würde sein Vieh, es sei Kühe oder Schafe oder sonst andere, bringen oder desselben daheim behalten, soll nichts desto weniger verpflichtet sein, davor zu hüten oder lohnen. Wer den Gemein Boll oder Eber aus dem Hofe jagt, soll 6 Schillinge Buße abzulegen schuldig sein.

77. Wer sein Vieh im Frühjahr, wenn man es zum ersten Mal austreibt, die Hörner nicht hat abgeschnitten, soll von jeglichem Haupt 3 Groschen ablegen und die Hörner gleich wohl abschneiden.

78. Vor jegliches Kalb, welches vom Jahr gehütet, soll man Philippi Jacobi lohnen, vor eine halbe Kuh bis sie kalbt.

79. Alles Jungvieh, was jung wird nach Michaelis, und welches man will zulegen, und dass den Kerbstock betrifft, soll lohnen auf Weihnachten, welches man aber für sich selbst will abtun, darf das letzte Hütelohn nicht ablegen.

80. Wo jemand sein Vieh nicht ließe recht anschreiben und anders befunden würde, soll ablegen 10 Groschen unschädlich der Herrschaft Gerichte, welches der Schulz verpflichtet sein soll, im nächsten Gericht einzubringen. Wenn ein Handwerksmann oder Gärtner mehr Vieh als zwei Kerben betreffen halten wollten, sollen solche der Dorfschaft gebührlich Weidegeld von dem Vieh, so über zwei Kerben bei ihnen befunden, abzulegen schuldig sein, denn es soll keinem Handwerker oder Gärtner zugelassen sein, mehr Vieh zu halten, als ein jeder 2 Haupt Rindvieh, 3 Schweine und 3 Nähr-Gänse, damit die Dorfschaft durch sie nicht zu viel beschwert werde. Will denn jemand mehr halten, soll er sich mit der Gemeine darum vergleichen.

81. Es sollen keine Schweine frei zu laufen von nun an künftig mehr gestattet werden, sondern der Schweinehirt je so lange zu hüten, als der Kuhhirt angenommen und gemietet werden. Wer hierwider handelt und mutwilliger Weise, wie bishero geschehen, seine Schweine mehr freilaufen lassen wird, der soll, so oft seine Schweine gepfändet werden, von jedes Wirts Haus das beste Schwein 1 Groschen in die Ratsbüchse verfallen haben, und seine Schweine dennoch beim Hirten halten.

82. Alles Geld, welches also laut dieser Willkür eingebracht wird, soll nicht durch den Schulzen Nachbar vertrunken, sondern in die Gemeine Büchse gelegt werden und daselbst verwaltet werden, damit, wenn ein notwendiger Bau dem Dorfe vorstößt, an Brücken Stangen, Wege oder etwas anderes, dadurch dem Dorf zum frommen Nutz und Besten geschafft werden, und was also durch das Jahr über in die Büchse eingebracht wird, davon soll der Schulze mit den Ratsleuten, der Herrschaft oder derselben Diener alle Jahre klare Rechnung in Gegenwärtigkeit aller Nachbarn im Dorfe tun.

83. Es soll auch der Schulz dieser Willkür halber niemand strafen ohne Wissen und Willen der Ratsleute, also hergegen die Ratsleute auch nicht ohne Vorwissen des Schulzen.

Zum Beschluss

Wo die Gemeinde allesamt und insonderlich jeden vorgemeldten Artikeln dieser Willkür nicht wie sich es gebührt halten oder dieselben verachten würde, und solches der Herrschaft zu wissen kommt, will sich die Herrschaft ihre Strafe vorbehalten haben, der Gemeinde aber soll der Verbrecher in die Büchse 3 Mark ablegen und solches nicht mehr tun.


Ordnung, wie es in der Herren zu Dohna Dörfern in Verlöbnissen, Hochzeiten und Kindtaufen unverbrüchlich zu halten.

Von Verlöbnissen

1. Ein Verlöbnis soll ein Bauersmann sich oder seinem Sohn oder Tochter ausrichten mit einer Mahlzeit, darauf drei Essen und mit Mann und Weib einen Tisch besetzen, eine  1 Tonne Bier = 96 Stof; 1 Stof = 1,15 Liter
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halbe Tonne Bier
zum Getränk haben und es dabei bewenden lassen. Würde jemand mehr Speis und Trank aufwenden, oder auch mehr als ein Tisch Gäste bitten und setzen, so soll er der Herrschaft 10 Mark Ungarisch zur Strafe geben, und wo der Schulz im Dorf nicht nachfragt, wann diese Ordnung zuwider gelebt würde, und er es der Herrschaft verschweigt, soll er zur Strafe 5 Mark erlegen.

2. Ein freier Schulz soll gleicher Gestalt sich oder seinem Sohn oder Tochter zum Verlöbnis nicht mehr als auf einen Tisch von dreien Gerichten und nicht mehr als eine 1/2 Tonne Bier dazu geben, bei Strafe von 12 Mark Ungarisch.

3. Ein Gärtner wie auch ein Müller und Handwerker soll sich oder seinem Sohn oder Tochter zum Verlöbnis nur 6 Personen bitten, ihnen 2 Essen und 12 Stof Bier geben, bei Strafe vier Mark Ungarisch.

Von Hochzeiten

4. Weil der Gebrauch vorlängst also gehalten, dass des Bräutigams und der Braut Eltern oder Freundschaft sich zusammen vergleichen und also von beiden Seiten die Hochzeit ausrichten, soll es auch ferner sein Verbleiben haben, und sollen sie in einem Haus die Hochzeit halten, dahin ihre Hochzeitsgäste laden, sich zur Vesper bei hellem lichten Tage in der Kirche zusammen trauen lassen, hernach, wo die Hochzeit zu halten bestimmt, allda eine Abendmahlzeit halten, und den Fremden soll auf den Morgen ein Frühstück zugerichtet werden, und also die Hochzeit nicht länger wären als bis auf den anderen Tag um Glocke 12 zu Mittag. wer länger Hochzeit und die Gäste halten wird, der soll der Herrschaft 10 Gulden Ungarisch verfallen sein.

5. Der böse Gebrauch und unnütze Unkosten, dessen bishero die Bauern in den Dörfern in Hochzeiten sich angewöhnt und mit ihnen großen Schaden getrieben, soll hinfüro gänzlich abgeschafft sein, als nämlich, wenn in einem Dorf Hochzeit gehalten wird, so wird von allen Bauern fast in allen Häusern Bier und Essen-Speise die Fülle gegen solche Zeit geschafft und allda gefressen, gesoffen und aus einem Haus in das andere geschwärmt, aller Übermut, Mutwillen, Ärgernis, Tag und Nacht die halbe Woche, ja auch wohl bis auf den Donnerstag getrieben, wird also auf einmal unnützlich zugebracht und verschwendet, wovon ein Bauersmann sich und sein Hausgesinde ein Viertel Jahr und länger aushalten könnte. Solches, wie gemeldt, soll hinfüro aufgehoben, verboten und gänzlich abgeschafft sein, und derjenige, welcher außerhalb des Hauses, darin die Hochzeit gehalten wird, sich solchen bösen Gebrauchs hinfüro nicht enthalten und die geringste Gäste in zu solchen Zeiten in seinem oder anderem Hause anstellen wird, derselbe soll der Herrschaft 10 Mark Ungarisch erlegen.

6. Wenn ein freier Schulz sich oder seinem Sohn oder Tochter Hochzeit ausrichtet, soll er nicht mehr als 4 Tische, 2 mit Manns- und 2 mit Weibs-Personen setzen, und auf jeden Tisch 4 Gerichte als Fisch, Fleisch, Gebratenes und Zugemüs, und nicht mehr verspeisen als 3 Tonnen Bier die ganze Hochzeit, bei Strafe 10 Gulden Ungarisch, und die Ratsleute in dem Dorf, so nicht darauf Acht haben, das demselben nachgelebt oder solches auch nicht anzeigen, würden derer in jeder 5 Mark Ungarisch Strafe geben.

7. Wenn ein Bauersmann sich oder seinem Sohn oder Tochter Hochzeit ausrichtet, soll er nicht mehr als 4 Tische wie oben gemeldet setzen, 3 Essen als ein Essen Fisch oder Fleisch, ein Gebratenes und Zugemüs speisen, und 2 Tonnen Bier die ganze Hochzeit über vertun. Wird er aber ein mehr darüber ausgeben lassen, und auch mehr Gäste an Manns und Frauen und Jungfrauen als an 4 viereckige Tische gesetzt werden können, einladen, der soll 6 Mark, der Schulz aber, so hierauf nicht Acht gibt und die Verbrechung verschweigt, soll 3 Mark Ungarisch geben.

8. Wenn eines Schulzen oder Bauersmann Sohn oder ein Dienstknecht zur Hochzeit geladen wird, soll keiner zu Tisch sitzen, sondern den Gästen vorm Tisch aufwarten, und wenn abgegessen ist, soll den Aufwärtern an einem Tisch, was von den anderen Tischen übriggeblieben, und noch ein Essen dazu gegeben werden, und nicht länger, als wenn Braut und Bräutigam zu Bette gebracht, in der Hochzeit verbleiben. Wer sich nun zu Tische setzen und über die Zeit sich in der Hochzeit aufhalten wird, soll unnachlässig der Herrschaft 2 Gulden Ungarisch Strafe erlegen, und soll der Schulz die Strafen von denselben, so hierin gebrochen, bis morgens absondern, oder also dann dieselben in das Gefängnis setzen, bis die Strafe gefallen. Würde auch von dem Schulzen hierin was versäumt werden, soll er 4 Gulden Ungarisch zur Strafe ablegen.

9. Ein Gärtner wie auch ein Müller und Handwerker, der sich, seinem Sohn oder Tochter die Hochzeit ausrichtet, soll einen Tisch setzen, 2 Gerichte, ein Zugemüs und Fleischspeise und eine halbe Tonne Bier zur Abendmahlzeit vertun, und seine Hochzeit damit beschließen bei Strafe 6 Mark Polnisch, und der Schulz, so hierauf nicht Achtung hat oder solches verschweigt, soll geben 1/2 Mark Ungarisch.

10. Demnach auch die Erfahrung bezügl., das den Abend vor der Hochzeit ein Abend- Zur Bedeutung siehe hier
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Kollatsch
gehalten, und also denn dabei fast die ganze Nacht gefressen und gesoffen wird, mit dem Vorgeben, es geschehe solches nicht auf der Hochzeit, sondern nur auf der Abend-Kollatsch, als soll solches hiermit ganz und gar abgeschafft und verboten sein. Wer nun hierwider handelt, soll jeder nach seiner Würde solche Strafe erlegen, als wenn er zu viel Tische gespeist hat, wie solches in vorgesetzten Punkten zu finden.

Von Kindtaufen

11. Ein freier Schulz soll seine Kindtaufen nicht höher anstellen als auf einen Tisch, auf welchen er mehr nicht als 3 Essen geben und eine halbe Tonne Bier vertun soll. Schläge er es höher an, soll er der Herrschaft 10 Gulden Ungarisch verfallen sein.

12. Ein Bauersmann soll seinen Gevattern nach verrichteter Taufe eine Mahlzeit ausrichten und nur 1/4 Tonne Bier geben lassen, bei Strafe 6 Gulden Ungarisch der Herrschaft, und der Schulz, so diese Ordnung nicht halten oder die Verbrecher verschweigt und nicht angeben wird, soll 6 Gulden Ung. zu erlegen schuldig sein.

13. Ein Gärtner soll nach geschehener Taufe seinen Gevattern ein Essen oder zum höchsten zwei, und beim Tisch, weil das Essen währt, zum höchsten ein Achtel Bier geben, länger soll das Kindelbier nicht währen, auch nicht mehr Bier darauf verwendet werden, bei 10 Mark Strafe. Auch der Schulze, der es verschweigt, 6 Gulden Ungarisch.


Von Brandschaden

Es haben die Herren zu Dohna allesamt mit Schmerzen betrachtet die Brandschäden, so bishero in ihren Gütern entstanden sind, und um so viel mehr, weil sie vernommen haben, dass solche Schäden mehrenteils aus böser Aufsicht sich angefangen haben, derowegen sie nachgeschriebene Ordnung zu verfassen verursacht worden, damit dem Unglück in Zeiten begegnet und jeder das seinige mit Ruhe behalten möge, welches also lautet:

1. Es soll ein jeder zu Verhütung solchen Unglücks vor allen Dingen Gott den Herrn fleißig anrufen und daneben auch fleißig zu seinem Feuer sehen, damit davon keine Gefahr, noch Schaden durch einige Verwahrlosung und Unachtsamkeit erfolgen möge, wodurch er selbst um das seinige und seine Nachbarn um das ihrige gebracht werden können. Da aber einiger Brandschaden (welchen Gott gnädiglich abwenden wolle) von gemeldter Gestalt durch jemand üble Aufsicht, Verwahrlosung oder Unachtsamkeit über Verhoffen günstig entstehen sollte, derselbe soll ferner im Dorf nicht gelitten, ob er schon sich selbst wieder aufbauen wollte, sondern er soll in ein anderes Dorf auf ein Gartenaus gesetzt werden und davon, anderen zum Abscheu, der Herrschaft Dienst und Scharwerk leisten, wiewohl auch nach Befindung der Sache noch eine härtere Strafe vorbehalten wird.

2. Wann aber bei den Herren zu Dohna p. Bauern und Untertanen etwa ein Brandschaden (davor Gott gnädiglich behüten wollte) entstünde, so soll also bald ein jeder schleunig zu solchem Feuer laufen, sein Bestes tun und helfen retten, doch soll er sein Haus in der Zeit nicht ledig stehen lassen, damit nicht jemand komme, und in solcher Not ihm das seinige entwende, und soll aber mehr nicht als eine verständige Person nebst den kleinen Kindern, als welche ohne das beim Feuer nichts helfen können, in denjenigen Häusern gelassen werden, welche weit vom Brand gelegen sind und sich keiner Gefahr befürchten dürfen. Wer aber dieses Gebot übertreten und entweder zu Haus oder im Feld bleiben und nicht zum Feuer komme oder gar beim Feuer müßig stehe und nicht treulich helfe löschen wolle, derselbe soll, wenn er ein Bauersmann ist, von der Hube 1 Mark Ungarisch, ein Weib desgleichen, ein Knecht einen Reichstaler, eine Magd und ein Jung 1 Mark Polnisch, ein Gärtner oder sein Weib auch 1 Fl. Polnisch zur Strafe erlegen, jedoch sollen die amtstragenden Personen als Schulzen, Gerichtspersonen oder Ratleute mehren Ernst nicht allein gedoppelt, sondern auch nach Befindung der Sache wohl gar am Leib sollen gestraft werden.

3. Damit aber in solchem Fall denen Leute, welche Gott mit Brandschaden dergestalt gestraft hat, zum Bau desto füglich und aufs erste wieder geholfen, und ihnen in solcher Not beigesprungen werde, als soll ein jeder deutscher Bauer zwei Fichtenhölzer, eines von 36 Schuh und das andere von 40 Schuh lang, und ein Polnischer Bauer oder derjenige, so 2 Huben besitzt, eine eichene Schwelle von 30 Schuh lang verschaffen, dasselbe behauen und in seinem Gehöft im  Trocknen
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Treugen
oder die ganze Dorfschaft beisammen auf Trägern zum Behauen aufbehalten, damit auf den Fall, nach dem zuvor zwei aus der Gemeine im Hof gewesen und sich des Schadens erkundigt haben, an welchem Amt solch Holz zu führen ist, des anderen Tage gewiss zur Brandstätte möge gebracht werden. Es soll aber solch Holz, das zu Balken, Ständern oder Brandholz dienlich ist, geschafft werden, und sollen hinfüro die Gebäude nicht so groß noch weitläufig, auch nicht gegehrsaßet, sondern in Bandwerk zu kleben oder Mauern gebaut werden.

4. Ein jeder deutscher Wirt, der 3 Huben besitzt, soll 3 lederne Eimer und dann ihrer drei zusammen einen guten langen Feuerhaken, diejenigen aber, so 2 Huben besitzen, zwei lederne Eimer und ihrer drei einen guten Feuerhaken verschaffen und stetig im Trocknen fertig halten, und wenn die Ratleute zu gewöhnlicher Zeit nach den Leitern am Haus, Schornstein und Rauch zu sehen umgehen, sollen sie zugleich auch nach gedachtem Holz, ledernen Eimern und Feuerhaken auch sehen, und wo sie etwa darin ein Mangel befinden, sollen sie solches dem Schulzen anzeigen, welcher den Nachlässigen bald dazu halten und ihn einen Gulden Ungarisch in die Ratsbüchse zur Strafe erlegen lassen soll, wo aber der Schulz hierin säumig wäre, soll er doppelte Strafe zu erlegen schuldig seien.

5. Wenn auf der Nähe in den Städten Jahrmarkt gehalten wird, soll nicht zugleich Mann und Weib zum Jahrmarkt gehen oder fahren, sondern alle Wege einer zu Haus bleiben, bei Strafe 1 Gulden Ungarisch der Herrschaft, worauf die Schulzen und Ratleute gute Achtung geben sollen, in Verbleibung dessen sollen sie doppelte Strafe gewärtig sein, der Schulz aber, selbst wenn er nicht vom Jahrmarkt bleiben kann, soll er die Ratleute im Dorf lassen und hinwiederum, wenn die Ratleute zum Jahrmarkt reisen, soll er selbst zu Haus bleiben bei doppelter Buße als vorgemeldet.

6. Dieweil denn auch die Herrschaft nicht allein die Verbrechen gestraft, sondern zugleich die Fleißigen, welche bald zum Feuer kommen, belohnt haben will, als soll derjenige, welcher zur Glocke läuft und stürmt, wenn noch niemand bei dem Feuer ist, 20 Groschen, der im Küren oder Tonne Wasser zugeführt, 20 Groschen, der den ersten Eimer Wasser zuträgt, 10 Groschen, der den anderen 5 Groschen und der dritte 3 Groschen. Wer den ersten Feuerhaken zuträgt 15 Groschen, wer den andern 10 Groschen und wer den dritten 5 Groschen, wer den ersten Ledereimer bringt 3 Groschen, den anderen 2 Groschen, den dritten 1 Groschen, der eine Gemeine Leiter zuträgt, wenn sie lang genug ist, das Dach zu besteigen, oder auf die Luchten zu klettern, 20 Groschen, der erste so das Dach besteigt den Brand zu löschen, 3 Mark, der andere, so ihm folgt und Wasser zulangt, 2 Mark, und der dritte 1 Mark zu Lohn haben, welcher ihm nach genugsamem Beweis von der Herrschaft oder dero Schreibern unfehlbar gezahlt werden soll.


Holz- und Waldordnung

Demnach gespüret wird, dass die Wälder wegen unordentlicher Abbauung des Bauholzes, Bruchholzes, Brennholzes und anderes mehr ganz verderbt, und da solches länger in dieser Unordnung bleibt, die Wälder endlich in ganzen Verderb und Verwüstung kommen sollten, damit dieser Unrat hinfüro abgeschafft, ist folgende Anordnung verfasst, auf welche denn der Herrschaft Diener und Schulzen vermöge ihrer Pflicht gute Achtung geben sollen, auf das solchem allen wirklich nachgesetzt werden möge.

1. Es sollen der Herren zu Dohna Untertanen, es sei Schulz, Ratmann, Krüger, Bauer oder Gärtner, hiermit ernstlich bei unnachlässiger Strafe verboten sein, es sei in der Herrschaft oder sonst einiger Dorfschaft Wälder, kein frisch Brennholz vom Stamm zu hauen, es sei was für Holz es immer sein mag, bei Strafe 3 Mark nebst Erstellung des Holzes, er möchte es denn so gröblich machen und mehr als einen Stamm hauen, soll nach Erkenntnis des Gerichts und nach Gelegenheit der Verbrechung als denn mit ihnen verfahren werden.

2. Würde sich jemand unterstehen, ohne Erlaubnis eine grüne Buche oder Hainbuche, auch dergleichen anderes gleiches Holz zu beschälen oder niederzufällen, soll zur Strafe verfallen haben von jedem Baum , der eine Elle dick, 30 Groschen, der zwei Ellen dick 3 Mark und der 3 Ellen dick 6 Mark und von jedem Fuder, was er von dem gefällten Holz weggeführt hat, 30 Groschen.

3. Es soll niemand frei sein, seines Gefallens in den Wäldern zu fahren, Brennholz und Viertel Holz, für sich oder in der Herrschaft Hof zu hauen, es sei ihm dann von dem Schulzen der Art bezeichnet und freigegeben, doch nur bloß Lagerholz oder treu abgestandenes Holz oder Windfälle, so lang dessen vorhanden ist, bei Strafe von jedem Fuder 30 Groschen. Wo aber der Schulz an Abziehung des gewissen Orts nachlässig sein würde, soll derselbe 3 Mark der Herrschaft und 1 Mark in die Ratsbüchse zu erlegen schuldig sein.

4. Es soll kein Nachbar keine Eiche, Fichte, Tanne, Esche, Linde,  Ahorn
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Leinbäume
noch  Erlen
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Ellern
, die zum Bau dienlich, ohne Vorwissen der Herrschaft und ohne Anweisung des Schulzen und der Ratleute, weder im Hegewald noch auf der Rod Acker abhauen bei Strafe 3 guter Mark in die Gemeine Büchse und 10 guter Mark der Herrschaft samt dem Baum. Im gleichen soll niemand Latten, Rück-, Schirr- und ander Holz , so er für sich benötigt, ohne Vorwissen der Herrschaft und ohne angewiesen vom Schulzen, der sich, wie ein jeder anzuweisen sei bei der Herrschaft, oder in Abwesenheit bei ihren Dienern, wohl zu befragen hat, zu hauen Macht haben, bei Strafe 3 Mark von jedem Baum und 10 Groschen in die Ratsbüchse.

5. Wenn den Untertanen Bauholz in den Hof oder sonsten zu führen befohlen wird, soll keiner nicht ein Stück Holz an einem anderen Ort, als da es der Schulz oder der Herrschaft Diener zu hauen befohlen, fällen, bei Strafe 1 Gulden von jedem Stamm.

6. Was vom Sturmwinde niedergefällt, soll sich gleich dem grünen Holze niemand bemächtigen, in seinen Nutzen zu wenden bei obbenannter Strafe, und wenn solche Bäume gefunden, dem Schulzen ansagen, dass er es hernach der Herrschaft unverhohlen anmelden soll und Bescheides gewärtig sein, wie es mit demselben soll ferner gehalten werden.

7. Wer einen Fremden in der Herrschaft oder der Dorfschaft Wäldern betrifft und ein Pfand bringt, ist es eine Axt, davon soll er haben 15 Groschen. Bringt er ein Pfand in des Herrn Hof, davon soll er haben 3 Mark, bringt er den Dieb selbsten, davon soll er haben 6 Mark, welche der Herrschaft Schreiber oder Diener gegen Empfehlung des Pfandes zahlen sollen.

8. In welchen Dörfern Radmacher wohnhaftig sind, soll ihm nicht frei sein, seines Gefallens zum Handwerk Holz zu hauen, sondern es soll der Schulz ihm jeden Baum dazu abzeichnen, und soll nur dahin gemeint sein, bloß zu der Dorfschaft Einwohner und nicht Fremden oder auf den Kauf zu arbeiten. So oft er nun hierwider tut, soll er jeden Stamm, wie oben gemeldt, ver  Textverlust [...] und von jedem Rade, so er Fremden von des Dorfes Holz machen würde, 10 Groschen geben und die Ware dem Schulz verfallen sein. Will er aber fremde Räder machen, soll er sich anderweit dazu Holz beschaffen oder sich Holz von demjenigen, so die Räder benötigt, bringen lassen.

9. Kein Bauer soll weiter roden, als ihm vom Schulzen und den Ratleuten angewiesen wird, bei Strafe 3 Mark in die Ratsbüchse und Verlust all sein gerodetes Holz, dass der Herrschaft verfallen sein soll. Es sollen aber die Schulzen und Ratleute nicht mehr zu roden anweisen Macht haben, als ihnen einem jeden zu Sonderheit von der Herrschaft jährlich nachgegeben und darüber ein richtig Verzeichnis auf ihr Ansuchen zugestellt wird.

10. Jeder Bauer soll von seinem Rohd-Acker erstlich für die Herrschaft seine 2 Viertel, als von jeder Hube 1 Viertel, dann auch die Notdurft für sein Haus führen. Das übrige mag er auf der Stelle mit Vorwissen des Schulzen verkaufen, aber nicht verführen.

11. Wer von seines Nachbarn Stück oder aus der Dorfschaft oder aus der Herrschaft Hegewälder ein Stücklein Holz zu seinem Nutzen auf seinen Rohd-Acker oder vor seine Tür führt, der soll dem, welchem er das Holz entwendet, 3 gute Mark für jedes Stück Holz zahlen und das Holz wieder auf die Stelle führen, von da er es genommen hat.

12. Wer ein einzig Stück  Nutzholz
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Schirrholz
oder Buchen-Bretter aushaut oder verkauft, der soll sein Hab und Gut verloren haben, aus dem Dorf weggeschafft und auf ein Gartenhaus gesetzt werden, der Gemeine aber eine Tonne Bier zum Waldtrunk verfallen sein.

13. Ein Hegewald, darin jeder Bauer eine halbe, der Schulz aber eine ganze Hube hat, soll bei jedem Dorf gehegt und mit Fleiß geschont werden. Wer in denselben fährt, auch sein Vieh weiter als am Rande des Hegewaldes hüten lässt, soll, so oft er betroffen wird, 3 gute Mark halb der Herrschaft und halb der Gemeine Ratsbüchse geben, der Schulz und die Ratleute gedoppelt.

14. Welche auf ihren Stücken nicht mehr zu roden haben und das Holz zu ihrer Notdurft aus dem Hegewald holen müssen, sollen ohne Anweisung des Schulzen und der Ratleute nichts hauen, bei Strafe 3 gute Mark, halb der Herrschaft, halb in die Ratsbüchse, das Holz soll er in des Herrn Hof bringen.

15. Wer mit einer Axt im Hegewald betroffen wird, ob er schon nicht haut, der soll die Axt dem Schulzen und der Gemeine eine halbe Tonne Bier verfallen haben, aber selbst nicht mittrinken.

16. Es soll auch jeder Nachbar im Dorf fleißig helfen auf die Wälder zu sehen, sintemal ihnen selbst und ihren Nachkömmlingen ein Stück ihrer zeitlichen Wohlfahrt daran gelegen. Wer nun seiner Herrschaft oder der Gemeine Nachbarschaft Schaden Wissen und denselben verschweigen, oder was wider diese Holz-Ordnung gehandelt, vertuschen helfen wollte, der soll ohne alle Gnade aus dem Dorf gejagt, all sein Hab und Gut verlustig, und auf ein Gartenhaus gesetzt, auch keiner hiermit verschont werden, es sei Schulz, Krüger oder Bauern, wonach sich ein jeder zu richten und hiermit vor Schaden gewarnt sein soll.

17. So oft auch das Gericht gehalten wird, soll jede Dorfschaft hierum von der Herrschaft anwesenden Dienern gefragt werden, ob der Schulz oder Bauern sich denselben gemäß verhalten, und demselben, worin zuwider gegangen wäre, alsdann anzeigen, und so hierin was verschwiegen und vertuscht worden, und es hernach offenbar würde, sollen die Gerichte darüber erkennen und wegen solcher Untreue Schulz und Bauern gestraft werden.
Und obwohl der Herrschaft freisteht, solche Ordnung zu senden, zu schärfen, zu mehren oder zu mindern, so soll doch ein jeder wissen, dass die Herrschaft über dieser itz abgelesenen Ordnung fest, steif, und unnachlässig halten will, und damit sich ein jeder vor Schaden zu hüten, ist diese Ordnung hiermit verlesen worden.


Vom Haus-Gewehr

1. Es soll auch ein jeder Wirt sich befleißigen, ein paar gute Hauswehren in seinem Hause zu haben, entweder ein paar gute Spieße oder Hellebarden oder einen Spieß und eine Hellebarde, und soll ein jeder Spieß die Länge haben an Holz und Eisen 8 Werk Schuhe.

2. Und dieweil auch an Unterhaltung der Musketen, welche vor etlichen Jahren unter die Junge Mannschaft verteilt worden, Unfleiß gespürt wird, so sollen die Schulzen in allen Dörfern Acht haben, dass diejenige Mannschaft, so Musketen haben, wohl Acht nehmen und keine hinwegkommen lassen, widrigenfalls er eine andere Muskete schaffen soll.


Beschluss

Alle diese Punkte der alten, aufs neue verbesserten Willkür, denn auch der dabei gehegten Ordnungen von Verlöbnissen, Hochzeiten, Kindtaufen, Brandschaden, Holz-Ordnungen und Haus-Gewehren, haben sämtliche Herren Burggrafen und Grafen zu Dohna mit guten Seiten einmütig und brüderlichen Rat aufsetzen lasen, und jedem Dorf eine Abschrift davon zustellen lassen, damit solche nicht jährlich verlesen werde, als im ersten Punkt gemeldet, sondern dass auch männiglich darüber halten und allen denjenigen Ernst und Unverbrüchlichkeit nachkommen, was allhier geschrieben steht, darüber alle Einwohner mit Ernst halten sollen, dass sie solches nicht allein hören, bedenken, sondern auch beherzigen und tun sollen, und allen demjenigen vorkommen und der Herrschaft oder dero Dienern nichts verschweigen, was dieser Ordnung zuwider läuft, es sei über kurz oder lang, ob sie etwas erfahren werden, was in einigen Punkten wider diese Ordnung getan worden, auf den widrigen Fall soll derjenige, so es nicht anzeigt, ernster Strafe bei Gericht oder von der Herrschaft gewärtig sein. Deshalben wird ein jeder vor Schaden gewarnt, sich davor zu hüten, sonst behält sich die Herrschaft bevor, jederzeit in einer und anderen Änderung oder Verbesserung vorzunehmen, auch zu mehren und zu mindern, wie es die Zeiten und Gelegenheiten erfordern möchten, in maßen allbereit mit der Holz-Ordnung in den Polnischen Dörfern nach Gelegenheit derselben etwas geschehen ist.

Gott der Allmächtige, der ein Richter und Erhalter ist aller guten Ordnung, insonderheit der Obrigkeiten und Untertanen eines jeden in seinem Beruf, der auch in seinem Heiligen Wort geboten hat, der Obrigkeit untertan und gehorsam und zu allen Werken bereit zu sein als geschrieben steht, dass wer sich der Obrigkeit widersetzt und widerstrebt Gottes Ordnung. Derselbe getreue Gott und Vater unseres Heilands und Erlösers Jesu Christi gebe auch zu diesem Werk seine Väterliche Gnade, Segen und Gedeihen durch seinen heiligen Geist, damit Herrschaft und Untertanen in seiner Furcht ein stilles und geruhiges, ihm wohlgefälliges Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Amen.

Zitierhinweis

Willkür für das den Burggrafen und Grafen zu Dohna gehörende Dorf Reichertswalde. Reichertswalde, 1668 (-1799). In: Die Spiegelung neuzeitlich-bäuerlicher Lebenswelten in den Akten ostpreußischer Gutsarchive. Bearbeitet von Gaby Huch. Herausgegeben an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Berlin 2021-2023. URL: https://lebenswelten-digital.bbaw.de/dokumente/detail_doc.xql?id=lehndorff_lbw_zgj_5pb