Regest:

Nach einem Verdacht auf Holzdiebstahl wurde der zu den Gräflich Steinortschen Gütern gehörendeWald der bei Drengfurth gelegenen Marschallsheide durch Christof Poltzien, Christian Briese, David Gus, Schulze aus Taberlack, und Christoff Wilewski, Schulze aus Serwillen, revidiert. Sie fanden mehr als 400 frische Stubben, die sie genau spezifizieren. Der Waldhüter Christoph Franck wurde inhaftiert und durch den Justitiar der Güter wegen des Holzdiebstahls zu seiner Tat befragt. Da er einen Eid als Waldhüter abgelegt hatte, war er auch des Meineids schuldig.
Nach einem Verhör in Steinort und einem Verhör der Drengfurter Bürger vor dem dortigen Magistrat fand der nächste Termin, an dem das Urteil verkündet wurde, in Steinort am 30. September 1761 statt. Der Vorwurf der Holzdefraudation wurde als Recht erkannt. Franck habe seine Aufgabe als Waldhüter „treulos und mit der größten negligance‟ ausgeführt, „sich Unterschleife bedient‟ und Geschenke angenommen. Dies sei hart zu bestrafen.
Da er bereits seit 1/4 Jahr in der Custodie eingesessen habe, wurde dies angerechnet. Auch hatte er das Holz, das man bei den Drengfurthern gefunden hatte, mit 24 Fl. 6 Gr. bezahlen und auch für die Prozesskosten aufkommen, insgesamt 32 Fl. 18 Gr. 9 D, solange aber im Eigentum der Herrschaft verbeiben, bis er die Summe abgezahlt hatte.

Zitierhinweis

Verhandlungen des Patrimonialgerichts in Steinort gegen den Waldhüter Christoph Franck wegen Holzdefraudationen in der Marschallsheide. 2. Juli 1761In: Die Spiegelung neuzeitlich-bäuerlicher Lebenswelten in den Akten ostpreußischer Gutsarchive. Bearbeitet von Gaby Huch. Herausgegeben an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Berlin 2021-2023. URL: https://lebenswelten-digital.bbaw.de/dokumente/detail_doc.xql?id=lehndorff_qss_3zq_cqb