Actum Steinort den 12. Jul. 1754

Der Schulze aus Stobben Wilewski bringet klagend bei, dass bei Gelegenheit der Stobbensche Schulmeister Pallasch sich in der Fischerei meliret, mithin dadurch die Schule sehr versäumet, ihm Kläger solches vorgehalten, der Beklagte auf ihn im Kruge sehr geschimpfet, dahero er um Satisfaktion böhte.
Beklagter Schulmeister erwidert, wie er sich nicht besinnen kann, dass er den Kläger geschimpfet, es müsse dann solches in Trunkenheit geschehen sein, wolle indessen den Kläger abbitten.
Die Parteien werden dahero dahin verglichen, dass Schulmeister den Schulzen öffentlich abbittet und verspricht, niemals mehr sich gegen ihn zu vergessen, womit denn auch Schulze zufrieden. ut supra

Schmidt
Juditiarius

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Zitierhinweis

Verhandlungen vor dem Patrimonialgericht in Steinort. Steinort, 12./13. Juli 1754In: Die Spiegelung neuzeitlich-bäuerlicher Lebenswelten in den Akten ostpreußischer Gutsarchive. Bearbeitet von Gaby Huch. Herausgegeben an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Berlin 2021-2023. URL: https://lebenswelten-digital.bbaw.de/dokumente/detail_doc.xql?id=lehndorff_wl5_trt_mqb